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80 Jahre Boots-Club in Schaffhausen
Der Hochrhein, die schönste und abwechslungsreichste Flusslandschaft Europas, ist ihr Revier. Der für Bodensee-Skipper etwas ungewöhnliche Weidling ist ihr Boot. Die zauberhafte Stadt Schaffhausen mit ihren 171 Erkern, zahlreichen Brunnen und der
über allem thronenden Festung Munot ist ihre Heimat.
Den Mitgliedern des Boots-Club Schaffhausen (BCSH) kann man eigentlich nur gratulieren. Seit 1927 und somit seit 80 Jahren besteht ihr Club und ist damit einer der ältesten Wassersportclubs in den Reihen des IBMV.
Romantische Stimmung: Weidlinge am Schaffhauser Rheinufer.
Wer an den ruhig an Ketten liegenden Weidlingen vorbei am Schaffhauser
Rheinufer entlang spaziert und hin und wieder die in den schlanken Holz- und Metallbooten Sitzenden zum Pikknick den Hochrhein hinauf fahren sieht, der ahnt, wie romantisch das Leben am Hochrhein sein kann. Dennoch, die Geschichte des 80-jährigen
Geburtstagskindes mit mittler-weile 350 Mitgliedern und 300 Booten zeigt, dass das Freizeitvergnügen nicht immer lustig war.
Im Mai 1939, während des Zweiten Weltkrieges, traf es auch die schaffigen, freundlichen, das eigene Bier und den im Blauburgunderland wachsenden Wein liebenden Schaffhauser. Wer damals mit seinem Weidling oder einem anderen Boot am deutschen Ufer anlanden wollte, der musste in Gaienhofen einen Erlaubnis-Schein lösen. Letztendlich konnte es dann auch nicht verhindert werden, dass das Grenzgewässer Rhein bis ins Jahr 1946 nicht befahren werden durfte. Damals verloren die frühen BCSH-
Mitglieder auch die Möglichkeit, steuerfreien Treibstoff zu beziehen. Dieses Privileg gilt heute nur noch für die ebenfalls in Schaffhausen ansässige Schiff-fahrtsgesellschaft Untersee und Rhein.
Erstmals im November 1949 planten die Mitglieder, ein eigenes Bootshaus zu
bauen. Es sollte ein so genanntes Renditehaus sein. "Kein nobles Etablissement,
sondern einfach ein Bootshaus mit Rendite", berichtet BCSH-Präsident Kurt A. Bürki aus der Geschichte.
Heute mache man sich im Club keine Illusionen darüber, dass diese einstige
Vision wohl ewig eine solche bleiben wird. Aber immerhin habe sich die Stadt Schaffhausen im Februar 1954 spendabel gezeigt und Dachpappen, Latten und Nägel geliefert, damit das Dach des vom Club genutzten einstigen Salzstadels von den Mitgliedern in "Fronarbeit" abgedichtet werden konnte. Kurze Zeit später kam am Hochrheinufer vorm Salzstadel ein erster Kran dazu, später eine Slipanlage. Der
Club bot seinen Mitgliedern Kurse über Spleißen und Dackeln an.Ab 1968 durfte
der Schopf dann auch als Bootslager genutzt werden.
In den Clubprotokollen aus dem Jahre 1970 gibt's Kurioses: Das Projekt
der Schiffbarmachung des Hochrheins wurde abschlägig beschieden. Seit 1975 indes nehmen die Clubmitglieder regelmäßig am See- und Rheindienst des IBMV teil.
Kurios dabei wiederum:
Für die Kontrollfahrten wird ein Boot der Kantonspolizei genutzt.
Das unbeschwerte Vergnügen auf dem Rhein bekam 1980 einen herben
Tiefschlag."Wir mussten anfangen,uns massiv zu wehren", sagt Präsident Bürki.
Damals wurde die Höchstgeschwindigkeit auf zehn Stundenkilometer bei
Bergfahrt und 20 bei Talfahrt reduziert. Mehrfach wurden die Abgasnormen
verstärkt, die Nutzung des Hausgewässers eingeschränkt, die Zweitakter und
später die Außenborder über 40 KW-Leistung verboten und sogar eine Wassernutzungsgebühr eingeführt.
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"Das waren meist sinnvolle Dinge, wären sie nur der Umwelt zuliebe eingeführt
worden und nicht mit dem Ziel, die motorisierten Boote vom Rhein zu vertreiben",
sagt Bürki im Rückblick. Den Höhepunkt dieser Serie bildete das Jahr 1989, als der Bootsclub eine Volksabstimmung gewann, die zum Ziel hatte, die Schaffhauser vom Rhein zu vertreiben.
Es gelang aber dem stimmberechtigten Bürger damals zu erklären, dass unter dem Begriff "Motorboot" nicht nur die wenigen Sportboote mit Innenbordern und Kabinen fielen, sondern auch Fährboote, Weidlinge oder Schlauchboote und Gondeln mit kleinen
Motoren.
Heute, der Motorbootclub hat sich längst zu einem offenen Bootsclub gewandelt, herrscht auf dem Rhein Friede.
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