IBMV-Inside

Ausgabe 1 / Mai 2007

Informationen nicht nur für Insider vom IBMV, Internationaler Bodensee-Motorboot-Verband, Deutschland, Schweiz, Österreich

Schwimmende Brücke über den Bodensee soll erinnern

Mit über 1.100 Booten und mehreren großen Passagier- und Fährschiffen aus den Anrainerländern soll am 20. Mai 2007 eine schwimmende Brücke über den Bodensee geschlagen werden. Das einmalige Großereignis wird an die vor 60 Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg gestartete Hilfsaktion erinnern.Damals wurden hauptsächlich in der Ostschweiz über 6.000 Kinder aus Friedrichshafen, Oberschwaben und dem Allgäu sowie weitere 3.500 aus Vorarlberg in die Eidgenossenschaft eingeladen und verwöhnt.

Auf elf Kilometern Länge wird die schwimmende Brücke am Sonntag, 20. Mai 2007, die beiden Seezeichen vor Friedrichshafen und Romanshorn miteinander verbinden. Zwischen 12.15 und 15 Uhr soll diese bestehen bleiben. Auch zahlreiche Schiffe des IBMV werden sich daran beteiligen, hat IBMV-Ehrenpräsident Hans-Joachim Kurz während der Delegiertenversammlung in Arbon verkündet und gleichzeitig darum gebeten, doch recht zahlreich an dem gigantischen und vor allem von Privatpersonen organisierten Ereignis teilzunehmen. Der IBMV setze sich für einen disziplinierten Wassersport in einem Völker verbindenden und freiheitlichen Umfeld auf dem internationalen Gewässer Bodensee ein. Die Schiffsbrücke symbolisiere neben ihrer ursprünglichen Absicht auch diesen Grundgedanken des IBMV, so Kurz. Der Seedienst werde bei der nautischen Organisation und Durchführung behilflich sein.

Wie vor 60 Jahren sollen sich dann die so genannten Schweizer Kinder in Friedrichshafen treffen und, wie damals, mit dem nach wie vor existierenden Bodenseeschiff Thurgau vorbei an der schwimmenden Brücke nach Romanshorn fahren. In beiden Städten sind an diesem Tag Hafenfeste geplant. Steht die Brücke mit dem historischen Dampfschiff Hohentwiel als mittlerer Pfeiler, soll sie der Zeppelin NT überfliegen. Auch das historische Flugboot Do 24 und eine Junkers Ju 52 aus Dübendorf bei Zürich sollen dann mit von der Partie sein und in der Luft kreisen.

„Wer kein eigenes Boot besitzt, muss nicht auf dem Trockenen sitzen bleiben“, heißt es im Organisationsteam mit Reinhard E. Kloser, Sachverständiger für Schifffahrt und Wasserfahrzeuge sowie Senior-Captain des Dampfschiffes Hohentwiel, Heinz Unglert, Leiter der Wasserschutzpolizei Friedrichshafen, Ludwig Gebhard, Leiter des Schifffahrtsamts des Bodenseekreises und Hildegard Nagler, die Ideengeberin und stellvertretende Vorsitzende des Vereins „Schweizer Kinder“. Plätze gibt es für Zuschauer auf der Thurgau und der Hohentwiel. Beide Schiffe fahren die Brücke ab. Weiter gibt es Plätze auf Schiffen der Weißen Flotte und Fähren, die von sämtlichen Bodenseehäfen aus nach Friedrichshafen schippern. Sieben Fracht- und Kiesschiffe fungieren zudem als Brückenpfeiler. Musikkapellen aus den Bodensee-Anrainergemeinden sorgen für Stimmung. Wenn alle erhofften Boote der Segler- und Motorbootvereine kommen, könnte die nötige Zahl von 1.100 Stück, mit denen die Lücken zwischen den Großschiffen gestopft werden, auf über 8.000 gesteigert werden.

Mit der Schiffsbrücke will der Vorsitzende des Vereins, Siegfried Rehm, das Engagement der Nachbarn würdigen, gleichzeitig auch darauf hinweisen, dass heute viele Kinder in Not leben und Hilfe brauchen. Die während des Ereignisses zusammengetragenen Spenden sollen dann an Hilfebedürftige weitergeleitet werden. Der Friedrichshafener Rehm erinnert sich heute noch genau an seine Schweizerfahrt am 21.Mai 1947. Der damals Zehnjährige gehörte zu den 1.900 Kindern aus der ausgebombten Industrie- und Zeppelinstadt, die mit der Thurgau nach Romanshorn und von dort aus mit dem Zug nach St. Gallen gebracht wurden.


i Kontakt

Info im Internet unter www.schweizer-Kinder.de.

Mails an rehm@schweizer-Kinder.de oder

bodenseebruecke@web.de.

An letztere Adresse können sich auch Clubs beziehungsweise Vereine wenden, die sich mit ihren Mitgliedern und Booten an der Brücke beteiligen wollen.
Wird ebenfalls am 20. Mai zur Schwimmenden Brücke über den Bodensee erwartet: das Flugboot Do 24 mit Dornier-Nachfahre Iren Dornier am Steuer. Unser Bild entstand im Mai 2004, als die Do nach ihrer Wasserung auf dem See vor Friedrichshafen wieder startete.


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