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Drei Fragen an Dr. Studer - Präsident der IWGB
<Inside> Herr Dr. Hans-Luzius Studer, Sie als Präsident der Internationalen Wassersportgemeinschaft Bodensee haben die im Jahr 2004 erstellte und jetzt verfeinerte Studie des Tübinger Institutes für Angewandte Wirtschaftsforschung mit dem Titel "Wassersport am Bodensee als wirtschaftlicher Faktor" voran getrieben. Was wollen Sie mit den jetzt vorliegenden Zahlen über die Ausgaben der Wassersportler und den daraus resultierenden Arbeitsplätzen bezwecken beziehungsweise unternehmen?
<Dr. Studer:> Die Studie soll nicht nur den 22 Trägerverbänden mit fast 200000 Mitgliedern in der IWGB und deren Basis kommuniziert werden, sondern auch denjenigen Stellen, die im Zusammenhang mit dem Wassersport Verantwortung tragen, beziehungsweise über Kompetenzen verfügen. Mit deren Verbreitung müssen wir unmissverständlich darauf hinweisen, dass das vom Wassersport generierte Umsatzvolumen einen recht stabilen und weitgehend konjunkturresistenten Wirtschaftsfaktor darstellt - ein Bereich, den man eher fördern als behindern sollte, selbstverständlich immer in einem ökologisch vertretbaren Rahmen. Die nicht unerheblichen Wirtschaftsdaten des Wassersports werden zudem für manche Gemeinde eine wichtige Entscheidungshilfe bei anstehenden Fragen der strukturellen Weiterentwicklung ihrer Hafenanlagen bilden.
<Inside> Wieso kann nicht oft genug auf die Zahlen hingewiesen werden, wie es IBMV-Ehrenpräsident Hans-Joachim Kurz kürzlich sagte?
<Dr. Studer:> Seit dem Vorliegen der aktuellen Resultate wissen wir, dass der Wassersport Jahr für Jahr ein Umsatzvolumen generiert, das direkt mit demjenigen des Tourismus rund um den Bodensee verglichen werden kann. Wenn man sich vor Augen führt, welch vielschichtige Förderung dem Tourismus zuteil wird und welche Kompromisse zu dessen Gunsten eingegangen werden, würde man logischerweise erwarten, dass Entscheide im Zusammenhang mit dem Wassersport zukünftig bewusster und sachlicher gefällt werden. Stellen, Gruppen und Personen, die im wesentlichen auf ideologischer Basis agieren, dürften es in der Zukunft weniger leicht haben, sachlich nicht fundierte oder unverhältnismässige Forderungen durchzusetzen. Angesichts der Entwicklung des Arbeitsmarktes und der auch in der Region spürbaren Folgen der Globalisierung stellen Arbeitsplätze ein zu kostbares Gut dar, als dass man damit leichtfertig umgeht.
<Inside> Hätte eine solche Studie nicht viel früher, etwa in den 1990er Jahren, gemacht werden sollen, als den Wassersportlern der von Natur- und Umweltschützern angetriebene Gegenwind so richtig ins Gesicht blies?
<Dr. Studer:> Die IWGB befasste sich damals primär mit drohenden Einschränkungen des Wassersports am Bodensee. In Fällen, in welchen keine stichhaltige Begründung erbracht werden konnte und/oder die vorgeschlagenen Massnahmen das Verhältnismässigkeitsprinzip verletzten, haben wir diese bekämpft. Ebenso haben wir uns bemüht, zu offenen Fragen betr. Emissionen und Immissionen des Wassersports sachliche, fundierte Diskussionsbeiträge zu erbringen, wie beispielsweise die vergleichenden Sedimentsuntersuchungen Bodensee/Mindelsee.
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