|
![]() |
|
|
|
|
Dem allzu kurzen Sommer folgt heftige Diskussion um BSO Von insgesamt 36.954 derzeit auf dem Bodensee zugelassenen Bootsmotoren erfüllen gerade einmal 2.835 die BSO-Stufe 2", stellt der Präsident des Internationalen Bodensee-Motorboot-Verbandes, Hans-Joachim Kurz, zur auf Seite 7 dieses IBMV-Inside abgedruckten, aktuellen Bodensee-Schiffsstatistik fest, die die Zahlen vom 1. Januar 2005 wiedergibt. Für den Präsidenten sind diese Zahlen schon allein Kommentar genug über den Alleingang der Internationalen Schifffahrtskommission Bodensee und ihre zum 1. Januar 2006 novellierte Bodensee-Schifffahrtsordnung. Der IBMV halt weiter an den in der EU-Sportbootrichtlinie festgelegten und seit Januar 2006 auf europäischen Binnengewässern, aber nicht auf dem Bodensee geltenden Bestimmungen fest. Er fordert, dass diese übernommen werden. Mit der Novellierung gibt sich der Verband nicht zufrieden. "Das was für Europa gut genug ist, muss auch auf dem Dreiländersee Gültigkeit erlangen", sagt Kurz. Gespannt sein dürfen die IBMV-Mitglieder auf die IBMV-Hauptversammlung im Oktober. Dann wird Kurz das bisher Erreichte und die künftige Vorgehensweise sicher wieder darstellen. Derweil ist die Saison auf dem Wassersportrevier nahezu zu Ende gegangen. Gekennzeichnet war sie im extrem heissen aber kurzen Sommer erneut vom Niedrigwasserstand, der sogar am 27. Juli 2006 mit im Konstanzer Hafen gemessenen 3,14 Metern einen historischen Sommer-Tiefstwert erreicht hatte. Seit 1850 wurde an einem 27. Juli kein so tiefer Stand gemessen. Die Regenfälle danach versprechen zwar Linderung, aber die Lage ist immer noch angespannt. Gespannt sein darf man indes auf das diesjährige Ergebnis des von IBMV-Mitgliedern alljährlich gefahrenen und am 10. September zu Ende gegangenen Seedienstes, der vermehrt zur Regatta-Begleitung eingesetzt wurde. Im Bericht des Jahres 2005 des Seedienstleiters Ernst Kojalek hiess es noch, dass sich die Bootsfahrer bis auf wenige beim Auftauchen des Seedienstes einsichtig verhielten. Das sei die beste Prävention gegenüber allen Gegnern des motorisierten Wassersports. Zu nahe am Ufer, Parallelfahrten unter Land und Ankern in abgesperrten Flachen werden auch in der Saison 2006 wieder die generellen Verstösse sein. Aber nur eine kleine Schar verstosse dabei offensichtlich gegen die Bodensee-Schifffahrtsordnung - mehr als 95 Prozent verhalten sich korrekt. Das bestätigen auch die Wasserschutz- und Seepolizeien an See und Hochrhein. Doch wahrend der 326 in 2005 gefahrenen Einsatze - immerhin ein Zeitaufwand von 2.227 Stunden - gab es auch Bemerkenswertes. So wurden vor allem vor der Halbinsel Höri immer wieder leichtsinnige Schwimmer angetroffen, die weitab vom Land unterwegs sind. Bei Öhningen wurde von den Seedienstfahrern eine sonderbare Beobachtung gemacht: Eine Bootsmannschaft war mit ihrem Schlauchboot mit Motor, aber ohne Kennzeichen, am dortigen Uferabschnitt unterwegs. Als sie das Seedienstboot bemerkten, begaben sie sich samt Schlauchboot ans Ufer und verschwanden. Zum Nachdenken regt auch an, dass einem im Schilf ankernden Skipper sein Vergehen mitgeteilt wurde. Dessen Gattin regte sich darüber aber furchtbar auf und meinte letztendlich, dass sie auf die Belehrung verzichten könne. Nach weiterem Gespräch gab sich die Crew dann doch einsichtig.
Der lBMV-Seedienst des Motor-Yacht-Club Obersee war auch in diesem Jahr wieder bei zahlreichen Regatten, wie beim Ultramarin-Cup Anfang Juli vor Kressbronn-Gohren, im Einsatz. |
|
|