IBMV-Inside

Ausgabe 3 / September 2004

Informationen nicht nur für Insider vom IBMV, Internationaler Bodensee-Motorboot-Verband, Deutschland, Schweiz, Österreich

Der Bodensee ist eine Herzensangelegenheit


Der typische Seedienstler des Deutsch-Schweizerischen-Motorboot-Clubs in Konstanz: Schon als Fünfjähriger war für den aus dem schweizerischen Märwil stammenden Alex Vetter der Bodensee das zweite Zuhause. "Im Gondele bin ich groß geworden, mit meinem Vater war ich viel unterwegs", sagt er. Sein Herz hängt an der Natur und am See.


Alex Vetter, Seedienstleiter des DSMC in Konstanz, mit den Warntafeln

Seit 1997 ist Alex Vetter Seedienstleiter des DSMC und hat als solcher auch schon einiges erlebt, denn Seedienst heißt "Ordnung in Freiheit". "Natürlich gibt's auch immer wieder Ermahnungen von uns Seedienstlern an die Bootsführer, die gegen die Bodensee-Schifffahrtsordnung verstoßen und sich zum Teil auch leichtsinnig verhalten. Die meisten sehen aber ihre Fehler ein", sagt Vetter. Um die Mahnungen besonders sichtbar zu machen, habe man im DSMC zwei originalgetreue Schilder, 10 km/h und Wellenschlag, für die Seedienst-Boote anfertigen lassen. Weil diese Tafeln die Arbeit des Seedienstlers erleichtern, will sie auch IBMV-Vorstandsmitglied und IBMC-Präsident Albert Hausin in seinem Club, dem SMYH Wangen, einführen. "Oft habe ich schon Kameraden ermahnt, die von Stein am Rhein wie die Blöden den See hochbrettern", berichtet er. Von Stein bis Schaffhausen jedoch soll bei der Talfahrt nicht schneller als 20 Stundenkilometer und bei der Bergfahrt nicht schneller als 10 Stundenkilometer gefahren werden. Von Öhningen bis Stein am Rhein gelten 10 km/h. Im Seerhein bis Ermatingen gelten generell ebenfalls 10 km/h. Auch am Rheinspitz und im Alten Rhein liegt das Limit bei 10 km/h. Und generell muss vom Ufer 300 Meter Abstand gehalten werden. Außerdem: In diesen Bereichen soll so gefahren werden, dass kein Wellenschlag verursacht wird.

Wellen geschlagen hat die von Vetter 1998 initiierte und binnen drei Wochen gemeinsam mit dem IBMV-Vorstand durchgesetzte 10er Tafel am Pfahl drei im Konstanzer Trichter. "Ich ärgerte mich immer, dass die 10er Tafel nur bei der Einfahrt Seerhein hing", sagt Vetter heute. Aus diesem Grund hätten viele Skipper innerhalb der 300 Meter-Zone ihre Geschwindigkeit nicht entsprechend angepasst

Das vom DSMC betreute Seedienst-Gebiet geht von der Insel Mainau übers Hörnle bis zum Konstanzer Trichter und den Seerhein hinunter bis Gottlieben. "Sicher ist das eines der schönsten und arbeitsintensivsten Gebiete am Bodensee", so Vetter. Er ist stolz darauf, dass in den letzten Jahren im DSMC pro Saison zwischen 500 und 600 Seedienst- und Regatta-Begleit-Stunden geleistet wurden - mit Begeisterung von Motor- und Segelboot-Besatzungen gleichermaßen.

Dem Seedienstleiter des DSMC, Alex Vetter, ist es jedenfalls ein großes Anliegen, dass die Bootsführer auf dem See ein gutes Image und Fairness gegenüber Sportskollegen bewahren. Damit meint er auch die im Trichter liegenden Fischer, die vor Konstanz um den Hafen fahrenden Ruderer und Tretboot-Kapitäne und selbstverständlich auch jene Mitmenschen, die die Ruhe am Ufer genießen möchten.


10 km-Tafel am Pfahl 3 im Konstanzer Trichter
          Bilder: Gerhard Herr

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