IBMV-Inside

Ausgabe 3 / September 2001

Informationen nicht nur für Insider vom IBMV, Internationaler Bodensee-Motorboot-Verband, Deutschland, Schweiz, Österreich

 

Die Seerettungsdienste am Bodensee

Im Seemuseum, in der ehemaligen Kornschütte am Kreuzlinger Bodenseeufer, ist seit einigen Tagen die Sonderausstellung "Die Seerettungsdienste am Bodensee" aufgebaut. Neben Schaustücken sämtlicher See- und Wasserschutzpolizei-Dienststellen, Grenzwachen sowie privater Rettungsdienste oder den Rettungsgeräten der Schweizerischen Rettungsflugwacht (REGA) ist auch der Internationale Bodensee-Motorboot-Verband vertreten und informiert über die Arbeit des jährlich unentgeltlich geleisteten IBMV-Seedienstes.

Den wenigsten Freizeitkapitänen oder den täglich Tausenden Passagieren der Weissen Flotte auf dem Bodensee ist es bewusst, dass im Notfall ein jahrelang geflochtenes und immer wieder verbessertes Netzwerk für ihre Sicherheit besteht. Ursache für die Einrichtung der ersten Rettungsdienst-Massnahme, des Sturmwarndienstes, war das Seenachtfest am 18. Juni 1936 in Meersburg. Ein plötzlich einsetzender Sturm forderte damals sieben Todesopfer und mehrere Schiffbrüchige. 1937 wurde zunächst am deutschen Ufer mit einer gelben Flagge vor aufkommenden Starkwinden gewarnt. Nach der Kriegsunterbrechung gab es 1949 gelbe Korbbälle. 1959 beschloss die Internationale Arbeitsgruppe für den Sturmwarndienst, einheitlich das Blinklicht einzuführen. 1961 gab es vor Romanshorn und somit am thurgauischen Bodenseeufer die erste Anlage. Der 25 Jahre anhaltende freiwillige Sturmwarndienst wurde 1962 aufgehoben. Seitdem gibt es rund um den See 43 Sturmwarnleuchten.

Die Rettungsdienste selbst gibt es eigentlich schon seit über hundert Jahren. Zunächst kümmerten sich Besatzungen der Dampf- und späteren Motorschiffe um die Sicherheit. Auch Berufsfischer retteten immer wieder Menschen aus dem See. Eine erste Verordnung regelte dies schon 1867. Später folgen die Schifffahrtsund Hafenordnungen. 1958 schliesslich wurden die bestehenden Seerettungsdienste der Uferstaaten in eine internationale Alarmorganisation für Seenotfälle und -katastrophen einbezogen und seitdem immer wieder erprobt und verbessert. Auf Schweizer Seite gehören dieser Organisation die kantonalen Polizeien, die Grenzwache, die Schiffsbetriebe und Sektionen der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft an. Auf deutscher und österreichischer Seite stehen den Wasserschutzpolizeien beziehungsweise der Vorarlberger Landesgendarmerie die deutsche Lebensrettungsgesellschaft DLRG mit ihren Wasserwachten zur Verfügung. Zu den Hilfsorganisationen gehört auch mittlerweile die REGA mit Sitz in St. Gallen. Das heißt: Auf dem Bodensee gibt es fünf polizeiliche Rettungsdienste, sechs unterstützende Organisationen, wie die Fischereiaufsicht, und acht weitere Rettungsdienste, wie die Wasserwacht in Bregenz.

Ausstellung

Stimmt auch alles auf der IBMV-Ausstellungsseite? Walter Ammann, IBMV- Vorstandsmitglied, und der Thurgauer Kantonsrat Dr. Max Dössegger (rechts) kontrolliert in der Sonderausstellung "Die Seerettungsdienste am Bodensee" die Wandtafel des IBMV-Seedienstes.

Die vom ehemaligen Thurgauer Seepolizei-Chef und heute in Täger-wilen lebenden Wolfgang Bohner unter Mithilfe des Museumsmitarbeiters Rolf Huber binnen zwei Jahren zusammen getragene und konzipierte Sonderausstellung zeigt Uniformen der Polizeien und ihre Geschichte, Bilder aus vergangenen Zeiten sowie die neuesten Boote und Hilfsmittel. Wolfgang Bohner ist mit der Ausstellungsarbeit jedoch noch nicht am Ende. Er will erweitern. So soll mit Bildern und Geschichten das Thema "Tauchen im Bodensee" aufgearbeitet und demnächst genauso gezeigt werden, wie das Thema "Grenzen am Bodensee und deren Hüter". "Die Ausstellung muss aber auch mit der gewerblichen Schifffahrt ergänzt werden", stellt sich Bohner eine weitere Aufgabe.

 

Seemuseum Kreuzlingen


Das Seemuseum in Kreuzlingen zeigt auf vier Stockwerken und 1.200 Quadratmetern permanente und wechselnde Ausstellungen zu Fischerei und Schifffahrt des Bodenseegebietes. In einem Nebengebäude wird die Landschaftsmalerei und -grafik vom See den jährlich rund 6.000 Besuchern näher gebracht.

Seemuseum

Das Museum in der um 1715 erbauten und 1993 sanierten Kornschütte ist jeden Sonntag, von April bis Oktober auch jeden Mittwoch und Samstag, von 14 bis 17 Uhr, geöffnet. Es ist direkt am Seeuferweg von Konstanz nach Bottighofen und in unmittelbarer Nähe von Schloss Seeburg eingerichtet.

Info-Telefon-Nummer: 0041-71-6885242;
Internet: www.seemuseum.ch

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