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Mai 1999

 

Delegiertenversammlung des Internationalen Bodensee-Motorboot-Verbandes (IBMV)

Sitz im Bodenseerat für den IBMV

Es krachte ordentlich im Gebälk bei der Delegiertenversammlung des IBMV. Und so sorgte die Feststellung von Präsident Hans-Joachim Kurz "Wir haben einen Dach-schaden, aber nicht im Kopf" für erleichtertes Gelächter bei den Mitgliedern. Grund für die ungewohnte Unruhe: kurzfristig angesetzte Reparaturarbeiten am Dach des Tagungsortes, dem Restaurant "Schwedenschanze" in Fußach. Doch schnell wurden wieder ernste Worte gewechselt.

Bei den drei Forderungen, die der Verband bei der Generalversammlung im vergangenen Herbst aufgestellt hatte, gab es teils erfreuliche Erfolge. Dem Verlangen nach der Aussetzung der Abgasstufe 2 bis eine europaweite Regelung in Kraft tritt, wurde insofern Genüge getan, als das starre Festhalten an der Abgasstufe 2 eine gewisse Lockerung erfahren hat. So bleibt die Ausnahmeregelung bestehen, daß Außenborder bis 30 kW mindestens Stufe 1 entsprechen müssen, wenn es keinen passenden Motor gibt, der Stufe 2 entspricht. Diese Regelung gilt jetzt unbefristet. Gleiches gilt beim Austausch von Innenbordern. Auch hier kann künftig, wenn es keine vernünftige Alternative gibt, ein vergleichbarer Motor, der Stufe 1 entspricht, eingebaut werden. Trotz des Teilerfolges, mahnte Kurz, dürfe man sich jetzt nicht zurücklehnen und müsse dafür kämpfen, daß es kein "Lex Bodensee" gebe.

Bei der Forderung nach einem Sitz im Bodenseerat konnte der IBMV ebenfalls einen Erfolg verzeichnen. Künftig bekommen IBMV und der Bodensee-Segler-Verband (BSVb) einen Sitz im Bodenseerat über den Dachverband IWBG. Dies bezeichnete Kurz als einen entscheidenden Schritt in die richtige Richtung.

Zu keinem Ergebnis kam der IBMV bislang bei der Forderung nach einer Wasserskistrecke entlang des deutschen Seeufers, da noch nicht klar ist, an welchem Abschnitt des Ufers die Strecke eingerichtet werden könnte.

Im Anschluß daran lag dem Präsidenten vor allem die Verbandsarbeit nach außen, die Öffentlichkeitsarbeit, am Herzen. Man sei, so Kurz, im stetigen Bemühen, das Image der Motorbootfahrer ins richtige Licht zu rücken. In diesem Zusammenhang stellte Michael Sautter die neu erstellten Internet-Seiten des IBMV (www.ibmv.com) vor.

Zum Thema "Wassersportplan Baden-Württemberg" informierte der Präsident, daß das Papier nach wie vor nicht vorliege, da es laufend Einsprüche, Verbesserungen und Korrekturen gebe. "In der Endauflage wird dieser Wassersportplan nichts weiter sein als Makulatur", äußerte sich Kurz über die Situation.

Michael Sautter stellte schließlich die neue, aufwendig produzierte, vierfarbige Seedienstkarte des IBMV vor. Die Karte, in ihrer Form einzigartig am See, solle auch ein wenig "Erlebnischarakter" haben, und die Mitglieder zusätzlich zum Seedienst motivieren. Jeder im IBMV organisierte Motorbootfahrer erhält die Karte gratis. Dabei stellte Hans-Joachim Kurz besonders heraus, daß die Karte von den "Machern" des Bodensee-Tafelwassers gesponsert werde. "Dies ist eine moralische Aufwertung unseres Sportes, die nicht hoch genug eingeschätzt werden darf", lobte Kurz die Zusammenarbeit.

Zum Seedienst in der Saison 1999 richtete schließlich Rolf Walker einige Worte an die Mitglieder. Der Seedienst findet in diesem Jahr von Mitte Mai bis Mitte September statt. Walker teilte mit, daß die Seedienstler beachten sollten, daß heuer erstmals auch die Obere Güll als Naturschutzgebiet für Boote gesperrt sei.

Darüber hinaus wünschte er sich, daß der Seedienstgedanke in den Clubs wie gewohnt aufrechterhalten werde. Schließlich sei es jedem Motorbootfahrer zuzumuten, einmal pro Saison einen halben Tag dem Seedienst zu opfern. Mit dem neuen Arbeitsmaterial (Seedienstkarte) dürfte dies erst recht kein Problem sein.

Mit den Wünschen für einen guten Saisonstart und viel Spaß am und auf dem See schloß Präsident Hans-Joachim Kurz die Delegiertenversammlung.

     
 

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